Ansprechpartnerin
Heidi Hahnemann (Koordinatorin)
Telefon: 03843 721370
Bank
Ostseesparkasse Rostock
Bankleitzahl
130 500 00
Kontonummer
605 009 392
Kennwort
Ambulanter Hospizdienst
Mittwoch, 26. Oktober 2011, 19 Uhr
"Am Ende? ...
... nicht nur am Ende!“
Mitarbeitende des Ambulanten Hospizdienstes berichten über ihre Tätigkeit
Veranstaltungsort: Pfarrhaus Mühlenstrasse 4, 19406 Sternberg
Der Ambulante Hospizdienst bietet kostenlose Begleitung und Unterstützung schwer Kranker, Sterbender, Trauernder und deren Zugehörige (unabhängig der Konfession);
alle Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht;
die Einrichtung ergänzt die Arbeit bestehender sozialer Dienste – auch der Pflegedienste – nicht nur am Ende...
Herzliche Einladung zu diesem für Sie kostenfreien Vortrag!
Weitere Informationen:
Heidi Hahnemann, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes „Christophorus“, Güstrow
Telefon 038 43 / 72 13 70
Trauer - Selbsthilfegruppe
Ein möglicher Termin wäre montags ab 17 Uhr (ggf. samstags gemeinsame Aktivitäten).
per E-Mail: hospiz-gue@caritas-mecklenburg.de
oder telefonisch: 0 38 43 / 72 13 70 bei der Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Heidi Hahnemann
Rückblick auf unsere Veranstaltungen
2. November 2010
„Dias de los muertos“ = Tag der Toten
Schmalzbrote, Kohlrübeneintopf, Eisbein mit Sauerkraut, Wildschweinbraten mit Pilzen, Apfelkuchen, Quarkkuchen, es liest sich wie die Speisekarte einer Landgaststätte, ist es aber nicht.
Bezieht man die Familie mit ein, so wird man erleben, dass jeder eine unterschiedliche Wahrnehmung unserer Verstorbenen hat und oft mehrere Lieblingsspeisen in Erwägung gezogen werden. Es ergeben sich interessante Gespräche und man erinnert sich an ganz viele Begebenheiten aus dem Leben der Verstorbenen. Am Gedenkabend selbst bringt jeder Teilnehmer also die Lieblingsspeise seines Verstorbenen sowie ein Bild mit.
Es werden dann kleine Geschichten, Anekdoten oder persönliche Erlebnisse aus dem Leben der Verstorbenen erzählt und nebenbei die Lieblingsspeise verzehrt.
So waren Sie alle noch einmal bei uns, die liebevolle Mutti und Oma, die sparsame Tante, der aus dem Krieg spät heimgekehrte Vater, der an schwerer Krankheit verstorbene Ehemann.
Gemeinsam haben wir gelacht und geweint und am Ende des Abends waren wir rundum gesättigt von den vielen Lieblingsspeisen.
21. September 2010
„Angst braucht Zeit“
„Alternative Behandlungsmöglichkeiten (zur Schulmedizin) in der Begleitung Schwerkranker und Sterbender“
Ein Vortrag von Frau DR. Katrin Widmer am 21.9.2010 im Haus der Caritas, Güstrow
Frau Dr Widmer hat in Ihrem Vortrag sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die
Krankheit.
Wenn Menschen in dieser letzten Phase ihres Lebens gesagt bekommen, dass man nichts mehr für sie tun könne, stimmt das nicht;
man kann noch eine Menge für diese Patientinnen oder Angehörigen tun.
Nur einige kleine Beispiele seien hier genannt:
- Zeit für Gespräche geben
- Für angenehmes Raumklima sorgen (lüften, angenehme Düfte)
- Erfrischungen gegen Mundtrockenheit (z.B.Eiswürfel mit dem Lieblingsgetränk zubereiten - bei Schluckbeschwerden) Massage der Speicheldrüsen, um Speichelfluss anzuregen
- Bei Appetitlosigkeit: kleine Häppchen bzw. Mahlzeiten zubereiten; Mahlzeiten gemeinsam einnehmen
- Durch Zuwendung, Ehrlichkeit und Vertrauen versuchen, Ängste zu nehmen: „Angst braucht Zeit“
Es war für mich ein unglaublich interessanter Abend.
Ich war sehr von dem persönlichen Engagement von Frau Dr. Widmer beeindruckt.
Schade, dass nicht alle PalliativpatientInnen in den „Genuss“ so kompetenter und liebevoller Betreuung kommen können.
21. August 2010
Zweiter Kreativtag zu den Themen Sterben, Tod und Trauer
Veranstalter: Ökumenischer HD Rostock, Kinderhospizdienst Oskar, HD "Christophorus" Güstrow
Das „Gute Haus“ in Garvenstorf am 3. Samstag im August, morgens: Eine wärmende Sonne am wolkenlosen Mecklenburger Himmel,
weit geöffnete Holzfenster und Türen, laue Sommerwindchen, geahnte letzte Rosendüfte und : Eine Menge anreisender Frauen und
ein Mann.
Sie kommen, weil sie sich - nun schon zum 2. Mal – einen Tag lang kreativ den Themen Sterben, Tod und Trauer nähern möchten, sie umkreisen wollen, Perspektiven öffnen und Kontakt zulassen.
Unter professioneller Anleitung sollen 5 Workshops Zugang schaffen:
Über Formungen aus Ton (begleitet von Andrea Schürgut),
spontanem Gebrauch von Farben auf Papier (mit Clas Köster),
im körperlichen Ausdruck kleiner gespielter Szenen ( begleitet von Tanja Streller ), durch Trommeln und Singen (mit Birgit
Engel)
oder das Einlassen von Symbolen und Zeichen auf selbstgeschöpftem Papier (begleitet von Anna Teresa Grosche ).
In den Pausen: Angeregte Gespräche an der Kaffeetheke und vorm Haus, aber auch kleine Ewigkeiten lang in Stille über die weite
Landschaft schauen.
Alle 45 Teilnehmenden tauchen auf je eigene Weise an diesem Tag in ihre Empfindungen zu Sterben, Tod und Trauer ein.
Am Ende des Tages präsentieren sie sich gegenseitig ihre über Stunden gewachsenen „Ergebnisse“: Seelenhäuschen aus Ton, eine
Clowneske, kraftvolle und zarte Bilder und Filigranes neben lauten Trommelrhythmen und Gesang. Befreiendes Lachen, verstehendes
Kopfnicken, Erstaunen.
Gut und wichtig war das, und deshalb gibt es am 21. Mai 2011 den 3. Kreativtag zu Sterben, Tod und Trauer. Im „Guten Haus“ in Garvenstorf mit weit geöffneten Fenstern und Türen.
Eine Teilnehmende
Sterbebegleitung und Demenz -
Ute Greve vom Zentrum Demenz in Schwerin hielt am 15. Juni 2010 einen Vortrag mit dem Thema: Sterben an Demenz erkrankte Menschen anders?
"Sterben an Demenz erkrankte Menschen anders?"
mit dieser Frage konfrontierte Ute Greve vom Zentrum Demenz, Schwerin die Zuhörenden, die der Einladung des Ambulanten Hospizdienstes
„Christophorus“ gefolgt waren.
In ihrer Einführung präsentierte die Sozialpädagogin interessante Zahlen und Fakten zu Demenzerkrankungen in Mecklenburg Vorpommern.
So wird nach Schätzungen im Jahre 2020 der Anteil der über 65 jährigen von jetzt 16,5 % auf dann 25,6 % angestiegen sein.
Wenn kein Durchbruch in der Therapie gelingt, wird die Zahl der mittelschwer bis schwer an Demenz Erkrankten bei 35.000 liegen;
die Landesregierung geht für 2030 von einer Zahl in einer Höhe von 42.000 aus. (Dem stehen 23.000 zur Zeit gegenüber).
In diesen Zahlen sind Menschen mit einer kognitiven Störung und leichter Demenz nicht erfasst!
Frau Greve zeigte im Anschluss die Formen der Demenz und mögliche Ursachen auf. Überrascht zeigten sich viele TeilnehmerInnen
darüber, dass Demenz durch Alkoholabusus auftreten kann – und dass Mecklenburg Vorpommern an der Spitze der Bundesländer mit
Demenz dieser Ursache liegt... (Die Referentin erklärte auch, dass eine Demenz mit diesem Hintergrund zumindest teilweise
reversibel sein kann).
Demgegenüber zitierte die Sozialpädagogin Präventionsmaßnahmen – „lieben, leben, laufen, lachen, lernen, gesund ernähren“
- aus einer aktuellen Rostocker Studie (Ziegler, Institut für Demographische Forschung Rostock). „Es ist nachweislich, dass
diese „Massnahmen“ dazu führen, den Beginn einer Erkrankung hinauszuzögern“.
Nach dieser interessanten Hinführung, die auch auf das Erleben der an Demenz Erkrankten einging, wurde das Thema des Abends
aufgegriffen.
Frau Greve konfrontierte in Anlehnung an das Gehörte mit Fragen wie z.B.:
Wann beginnt das Sterben von an Demenz erkrankten Menschen?
Lässt die Erfahrung, das Demenzerkrankte kurz vor dem Tod häufig vollkommen orientiert, klar und bewusst erscheinen, den Schluss
zu, dass auch diese ganz „bewusst“ sterben können?
Oder ist diese „Klarheit“ nicht auch der Ahnung der Seele, der Ahnung aus dem Unbewussten des nahen Todes zuzuordnen und damit
zu erklären?
Ist es nicht grundsätzlich so, dass alle Menschen individuell im Sterben begleitet werden sollten – abhängig von ihren Bedürfnissen?
Ist in diesem Zusammenhang erhöhte Achtsamkeit erforderlich durch verändertes Kommunikationsverhalten? Ist intensiver Zuwendungsbedarf
und Bezugspersonenwunsch eine Besonderheit?
Ist kein bewusstes Sterben möglich, so wie es bei somatisch Erkrankten möglich sein könnte?
Sind das „Bearbeiten unerledigter Konflikte“ ausschließlich kognitive Leistungen?
Die Referentin schloss sich in ihrem Facit Dr Jan Wojnar mit der Feststellung an:
„Solange der Umstand ungeklärt bleibt, kann Beteiligten nur empfohlen werden, die gesamte Zeit der Betreuung und Versorgung
als eine Form der Sterbebegleitung zu verstehen und zu gestalten“.
Unsere Schlussfolgerungen:
Es ist nicht erforderlich, Menschen aufgrund einer Erkrankung anders als anderen zu begegnen, nämlich mit Würde und Respekt
auch über den letzten Atemzug hinaus, und sie zu begleiten.
Abschiedliches Leben beginnt jetzt - mit diesem Moment. Und damit auch der Genuss des Lebens!
Heidi Hahnemann, Koordinatorin Ambulanter Hospizdienst Güstrow
Weiter Informationen erhalten Sie über:
Heidi Hahnemann
Telefon 0 38 43 / 72 13 70
E-Mail: hospiz-gue@caritas-mecklenburg.de
