Pflege-Familien-Zentrum
"Das Kind im Blick"
Caritas Mecklenburg e.V.
Kreisverband Rostock
Wilhelm-Külz-Platz 2
18055 Rostock
Tel: 0381 - 87 73 62 10
Fax: 0381 - 87 73 62 20
Leitung: Grit Gaida
e-mail: pflege-familien-zentrum@caritas-mecklenburg.de
Termine nach Vereinbarung.
Offene Sprechzeit: Mittwoch 08.00 bis 12.00 Uhr.
Mittwoch, 08.02.2012, 15 - 17 Uhr
Donnerstag, 23.2.2012, 19 - 21 Uhr
Montag, 27.2.2012, 19 Uhr
Dienstag, 28.2.2012, 19 - 21 Uhr

"Das Kind im Blick"
Pflegekinder? Ja, gerne!
Wie fühlt es sich eigentlich an, als Kind zwischen den eigenen Eltern und den Pflegeeltern zu stehen? Welche Denkmuster könnte ein Pflegekind haben? Welche Gedanken und Gefühle lösen bei mir die vielleicht ungewohnten Verhaltensweisen eines Pflegekindes aus? Welches Netzwerk von Beziehungen entsteht durch die Aufnahme eines Kindes?
Mit diesen und vielen andere Fragen haben wir (12 Personen) uns im Herbst 2011 beschäftigt, um uns auf die Aufnahme eines Pflegekindes vorzubereiten. Und es wurde eine grundlegend wichtige Weiterbildung. Jede/r hatte im Vorfeld so seine Vorstellungen von dem Unternehmen „Pflegefamilie“, aber uns wurde schon schnell klar, dass viele Einzelheiten einem nicht bewusst waren.
Wenn wir z.B. die Biographie und die damit verbundenen Lebenserfahrungen und Details der Pflegekinder noch nicht kennen (können), dann lauern an einigen Stellen nicht nur „Fettnäpfchen“, sondern auch richtige Fallen. Wir hörten etliche Berichte von amtierenden Pflegeeltern aus dem wahren Leben, die auf viele mögliche Problemsituationen hingewiesen haben. Aber es wurde auch immer wieder von den schönen Momenten erzahlt: von Dankbarkeit, viel Liebe, das Beobachten von (manchmal sehr langsamen) Verhaltensveränderungen und Freude im Alltag.
Manchmal gingen uns die Fragen aus – die Theorie ist eben noch nicht die Praxis. Viele Fragezeichen werden wir vor Augen haben, wenn sich ein Pflegeverhältnis anbahnt und die Fragen dann ganz konkret „vor uns auf zwei Füßen stehen“.
Das Blockwochenende (Freitag + Sonnabend) in Graal-Müritz hat uns allen gut gefallen. Neben intensiver Wissensvermittlung gab es auch etliche praktische Übungen, um uns in vielerlei Hinsicht auf problematische Situationen vorzubereiten. Trotzdem blieb auch ein wenig Zeit für den Strand und zum gemeinsamen Spielen. Und als Highlight erschien dann auch noch die NDR Nordschau, um Szenen für einen Bericht über die Ausbildung und den Alltag von Pflegefamilien zu drehen.
Ich persönlich hätte es gut gefunden, wenn wir noch bis Sonntag geblieben wären: es wäre einfach mal Zeit gewesen, uns untereinander besser kennen zu lernen, gemeinsam zu erzählen und/oder was zu spielen. Denn an den Weiterbildungsabenden in Rostock sind die meisten von uns gleich nach dem „Schlusspfiff“ nach Haus gefahren - hatten sie doch oft einen anstrengenden Arbeitstag hinter und ein frühes Aufstehen am nächsten Morgen vor sich.
Wie geht’s weiter?
Es wäre schön, wenn der Kontakt untereinander nicht abbrechen würde und wir uns über die eigenen Erfahrungen im Pflegefamilienalltag austauschen könnten. Ebenso ist es gut zu wissen, dass es den Verein ROLIVE als Anlaufstelle für Fragen, Freude & Leid gibt.
Auf jeden Fall haben wir alle schon mal was gewonnen: Erfahrungen. Nun gilt es, diese Erfahrungen im entscheidenden Moment in die Praxis umzusetzen und anwenden zu können, sich auf die schönen Momente zu freuen und für die problematischen Situationen gewappnet zu sein.
Und ich möchte noch DANKESCHÖN sagen:
den Pflegeeltern, die sich die Zeit genommen haben, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen und uns einen Blick in ihren Alltag ermöglichten;
Frau Schmidt vom AJS für ihre rege Teilnahme und den vielen Informationen im Rahmen der Weiterbildung und natürlich an das Mitarbeiter-Team des PFZ für das sensible Umgehen mit uns Neulingen, für die stets offenen Ohren und für die abwechslungsreiche Gestaltung der Weiterbildung.
Christian Ewert
Nikolausfeier des "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrums
Zur Adventszeit und zum gemütlichen Jahresabschluss gehört auch bei uns das
Nikolausfest. Am 7. Dezember feierten wir, dem Schmuddelwetter zum Trotz, mit
Pflegekindern und Eltern im großen Gemeindesaal der Christuskirche die Ankunft
des Nikolaus. Der Saal war mit den vielen kleinen und großen Gästen erwartungsfroh
gefüllt, lecker duftende Kaffeetische, Lichter und Kränze zauberten eine anheimelnd
besinnliche Stimmung in den Raum.

Viele Gäste waren eingeladen, so auch die Rostocker Jugendamtsleitung, vertreten
durch Frau Schmidt und die Geschäftsstellenleitung der Caritas Rostock, Herrn
Peitz. Frau Schmidt sandte Grüße und Wünsche für die Familien.
Eine weihnachtlich musikalische Untermalung gab am Beginn einen stimmungsvollen
Rahmen. Anschließend betrat Tomte Tummetott die Puppenbühne und fesselte mit
seinen spannenden Abenteuern Kinder und Erwachsene. Beim gemütlichen
Kaffeplausch danach konnten alle Gäste sich stärken und die Stimmung genießen.
So manche Pflegeeltern lernten sich kennen oder sahen sich nach längerer Zeit
einmal wieder. Doch dann kam auch endlich der Nikolaus, der, alsbald von den
Kindern umringt, seine Geschenke verteilen konnte. Für die Kinder wurden die
Basteltische und der Bobbycar-Parcours zur kreativen und bewegungsfreudigen
Abwechslung.
Wir freuen uns, dass so viele Familien mit uns diesen Nachmittag zusammen feierten und so alle in einer wie immer sehr lebendigen
und fröhlichen Runde
beisammen sein konnten. Vielen Dank an alle, die durch ihre Mühe das
Fest haben so gelingen lassen! Ein besonderer Dank geht an Andreas Meindl,
für seine Bereitschaft und Selbstverständnis für die Kinder der Nikolaus zu sein.
Ferienfahrt des "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrums der Caritas Mecklenburg e.V. nach Eickhof vom 01.08.2011 bis zum 05.08.2011
Mit 16 aufgeregten Pflegekindern im Alter von 6 bis 18 Jahren fuhren zwei pädagogische MitarbeiterInnen und fünf ehrenamtliche
Betreuerinnen in der ersten Augustwoche in das Naturdorf Eickhof. Dort gibt es einen großen Hof mit allerlei Tieren und noch
mehr Platz für Kinder. Wir schliefen in einer Herberge, deren Zimmer im Stil von Pferdeboxen hergerichtet waren und konnten
einen großen Saal mit Küche nutzen.
Für jeden Tag gab es eine feste Struktur mit einem Morgen- und Abendritual, sowie besonderen Erlebnissen: da ist von Kistenklettern, Wanderungen, einer Kutschfahrt, baden, Pferdepflege bzw. reiten bestimmt für jedes Kind etwas dabei gewesen.
Alle Mahlzeiten wurden durch Unterstützung der Kinder zubereitet und der anschließende Abwasch gemeinsam durchgeführt. So lernten die Kinder Verantwortung zu übernehmen und die Alltagsstruktur einzuhalten.
Wir erleben bei diesen Kindern an diesem Ort eine sichtbare und fühlbare Zeit der Heilung und Erholung. Sie haben Freiräume und können ihre Bewegungsfreude intensiv ausleben.
Fazit:
Diese Fahrt bietet uns die Möglichkeit, die Kinder, die wir über Jahre begleiten werden, in einem anderen Kontext kennenzulernen.
Wenn es auch Ihr Wunsch ist, einem Kind, das vorübergehend oder dauerhaft nicht in seiner Familie leben kann, ein Zuhause zu geben, dann sind Sie bei uns herzlich willkommen! Das "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrum der Caritas in Rostock sucht im Auftrag des Amtes für Jugend und Soziales der Hansestadt Rostock Pflegefamilien. Zweimal im Jahr bieten wir einen Vorbereitungskurs für Familien, Paare und Lebensgemeinschaften an.
Pflege-Familien-Zentrum
Das "Das Kind im Blick" Pflege-Familien-Zentrum möchte Pflegeeltern durch Schulungen, Fortbildungen und Beratung auf die Aufnahme eines Kindes vorbereiten und begleiten. Nicht alle Kinder können bei ihren eigenen Eltern aufwachsen - aus unterschiedlichsten Gründen. Für viele Kinder gerade unter 8 Jahren besteht in Rostock ein großer Bedarf an Pflegefamilien. Manche Kinder brauchen ein Zuhause nur für einige Monate und andere werden bei ihren Eltern nicht mehr leben können. Wir möchten Pflegeeltern bei der Vermittlung eines Pflegekindes unterstützen und begleiten, wenn das Pflegekind in der Familie lebt.
Was machen wir?
- Wir suchen passende Pflegeeltern für Kinder! Grundlage unseres Handelns ist immer die Frage: Was braucht das Kind?
- Akquise von Pflegefamilien durch Öffentlichkeitsarbeit, Informationsveranstaltungen und Medienpräsenz
- Schulung der Pflegeelternbewerber: ca. 35h Umfang mit 14tägigen Veranstaltungsterminen. Die Schulungen finden im Frühjahr
und Herbst eines jeden Jahres statt.
- Überprüfung von Pflegeeltern in Kooperation mit dem Amt für Jugend und Soziales
- Vermittlung von Kindern in Pflegefamilien
- Begleitung und Unterstützung der Pflegefamilien, damit sie den erhöhten Anforderungen gerecht werden können: Krisenberatung,
Familiengespräche, Elternberatung, Begleitung der Kinder, Unterstützung bei der Kontaktgestaltung zwischen Herkunftseltern
und Pflegeeltern
- Wertschätzung und Anerkennung der Pflegefamilien durch Vorhalten von Fortbildungsangeboten, Festlichkeiten, Aktionen, Pflegekindergruppe,
Pflegeelterngruppe
- Öffentlichkeitsarbeit
Wie wird man Pflegefamilie?
- Erstkontakt zu den MitarbeiterInnen des Pflege-Familien-Zentrums der Caritas
- Vorinformationen zum Verfahrensablauf (Vorgespräche)
- Anmeldung zur Schulung (formloser Bewerberantrag)
- Absolvieren der Schulung und Überprüfungsverfahren (Hausbesuche)
- Erstellen eines Bewerberprofils, das Aussagen enthält zur: Motivation, ein Kind aufzunehmen, Reflexionsfähigkeit, Bereitschaft
auch zukünftig mit externen Fachkräften und dem Amt für Jugend und Soziales zusammen zu arbeiten, Bereitschaft der Förderung
des Kontaktes des Pflegekindes zu seinen leiblichen Eltern, wenn es dem Wohl des Kindes entspricht. Aussagen werden auch zu
den Pflegeformen (Kurzzeitpflege, Dauerpflege) getroffen und zu den Vorstellungen, welches Kind in die Familie passen könnte.
- formelle Überprüfung durch das Amt für Jugend und Soziales (Führungszeugnis, Gesundheit, Wohnverhältnisse usw.) erfolgt
parallel
- Entscheidung zur Erteilung der Anerkennung als Pflegeeltern zur Aufnahme eines Pflegekindes treffen JA und PFZ
- Aufnahme in den Vermittlungspool (nach 2 Jahren zu überprüfen)
Vermittlung eines Pflegekindes
- in enger Zusammenarbeit mit den Fallmanagern des Amtes für Jugend und Soziales
- Antrag auf Hilfe zur Erziehung durch Sorgeberechtigten oder Gerichtsentscheidung
- immer auf den Einzelfall bezogen suchen wir nach der am wenigsten schädlichen Alternative für die Kinder
- Belastungen für das Kind sind mit möglichen Entwicklungschancen auszubalancieren
- altersentsprechende Beteiligung der Kinder
- individuelle Gestaltung der Kontaktanbahnung
- engmaschige Begleitung gerade zu Beginn
Aufgaben der Pflegeeltern
- Versorgung, Betreuung und Erziehung
- Integration des Kindes in ein stabiles soziales Umfeld der Familie
- Förderung der Entwicklungsressourcen des Kindes
- verstehen der Individualität des Kindes und Wissen um die Loyalitätsbindung des Kindes zu seinen leiblichen Eltern
- Rücksichtnahme auf Entwicklungsstörungen und sozialen Defiziten
- Unterstützung bei der Aufarbeitung der Biographie des Kindes
- positive Einflussnahme auf die Kontaktgestaltung zur Herkunftsfamilie
- Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Soziales und anderen beteiligten Fachkräften
Rechtliche Grundlagen
Gemäß § 27 SGB VIII richten sich Art und Umfang der Hilfe nach dem erzieherischen Bedarf der Kinder im Einzelfall. Dieser
kann bei körperlichen, geistigen und anderen Behinderungen und bei Kindern mit Entwicklungsrückständen, -verzögerungen wesentlich
höher sein.
Die Überprüfung der Pflegeverhältnisse ist ständiger Bestandteil von Hilfeplangesprächen nach § 36 SGB VIII.
Pflegefamilien haben einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Beratung und Unterstützung entsprechend § 37 SGB VIII.
